Baustellenreport Ostsee

Sommerzeit ist Bauzeit. Auch auf der Ostsee gibt es aktuell zwei Großbaustellen, über die die DSV Kreuzer-Abteilung informiert:

Windpark Wikinger

Derzeit schreitet nordöstlich von Rügen – etwa auf 54°50′2″N, 14°4′5″O↗ – der Bau des Offshore-Windparks (OWP) Wikinger voran. Da die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen sind, gilt das Befahrensverbot für das gesamte Gebiet sowie für die 500 m Sicherheitszone um den OWP Wikinger. Diese liegt ca. 0,5 sm innerhalb der Kardinaltonnen, die um OWP Wikinger und Arkona Becken liegen. Ob nach Beendigung der Bauarbeiten ein Befahren gestattet wird, wird dann gegebenenfalls durch eine Allgemeinverfügung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes bekannt gegeben.

Speziell für die im Bau befindlichen Offshore-Windparks werden allgemeine Regeln↗ sowie Allgemeinverfügungen für ausgewählte Windparks – hier als Beispiel der Windpark Wikinger↗ – veröffentlicht. Aktuelle Meldungen werden durch die Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter↗ über die Bekanntmachungen für Seefahrer (BfS)↗ bekannt gegeben. Das BSH hat bereits erste Karten für Windparks herausgegeben. Es handelt sich um die Karten 2610 A und B für die Offshore Windparks EnBW Baltic 1 und 2. Nutzungskarten vom BSH↗ mit Übersicht über Windparks stellt das BSH auf seinen Seiten bereit.

Pipelinebau im Gebiet der Greifswalder Bodden

Im Gebiet der Greifswalder Bodden, Prorer Wiek sowie Tromper Wiek werden bis Ende 2018 Pipelines verlegt. Dieses führt zu besonderen Bedingungen für die Schifffahrt. Nord Stream 2 hat dazu eine Informationsbroschüre↗ herausgegeben, die über Rufnummern für den Seenotfall, Hinweise für Seefahrer sowie Auszüge aus den Bekanntmachungen der WSA Stralsund informiert. Ebenso enthält die Broschüre Informationen über baubedingte Einschränkungen und Hinweise der Wasserschutzpolizei zur Einhaltung von Vorschriften und Regeln der guten Seemannschaft.

 

KA Mitglieder auf Müllsammeltörn

Beispiel Wattenmeer

Der Verein Soltwaters↗ organisiert für den 18. August 2018 erneut einen Müllsammeltörn auf der Minsener Oog↗ im ostfriesischen Wattenmeer. Mehr Information dazu und die Möglichkeit sich zum Mitsammeln anzumelden finden Sie hier↗.

Beispiel Kroatien

Ulrike und Geert Engelhardt sind Mitglieder der DSV Kreuzer-Abteilung. Einen dauerhaften Liegeplatz hat ihre Bavaria 49 in der Marina Funtana in Istrien im Norden Kroatiens. Wenn die Eigner dort ablegen, haben sie auch eines im Blick: den Müll im und am Meer. Denn sie sind aktiv und säubern Strände.
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DSV Kreuzer-Abteilung beim Meeresumwelt-Symposium 2018

Beim 28. Meeresumwelt-Symposium in Hamburg referierten vom 12. bis 13. Juni Fachleute aus aller Welt zu aktuellen Herausforderungen der Meeresumwelt. Simona Dittrich-Knüppel war für die DSV Kreuzer-Abteilung beim Symposium dabei.

Aktuelles

Eingeladen zu der Veranstaltung hatten das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit↗ und das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie↗. Referiert wurde beim Meeresumwelt-Symposium zumeist über Themen, die im Zusammenhang mit der Berufsschifffahrt stehen. Doch es gab durchaus interessante Berührungspunkte mit der Freizeitschifffahrt, wie Simona Dittrich-Knüppel von der DSV Kreuzer-Abteilung berichtet. Die diplomierte Nautikerin hat die spannendsten Erkenntnisse aus dem Symposium für Sie zusammengefasst.

Invasive Arten

Sowohl durch Ballastwasser als auch durch Bewuchs am Schiffsrumpf werden Kleinstlebewesen aus ihren angestammten Lebensräumen verschleppt. Die „blinden Passagiere“ können eine große Belastung für regionale Ökosysteme darstellen. Ende 2017 ist das internationale Ballastwasser-Übereinkommen in Kraft getreten, laut dem alle Containerschiff-Neubauten, die am oder nach dem 8. September 2017 auf Kiel gelegt werden, von Anfang an eine zugelassene Ballastwasser-Behandlungsanlage an Bord haben müssen. Für ältere Schiffe gibt es eine Übergangsfrist. Auch in Form von Bewuchs reisen invasive Arten um die Welt. Neuseeland gibt bereits jetzt strenge Vorschriften zum Schutz seiner Ökosysteme heraus. Schiffe – auch Sportboote – müssen sich vor Anlaufen eines Hafens frühzeitig über Funk melden und über ihr Antifouling und den aktuellen Bewuchs informieren.

Antifouling

Biozidhaltige Antifoulings stehen mehr und mehr auf dem Prüfstand. Auf dem Meeressymposium wurde der aktuelle Forschungsstand zu alternativem Bewuchsschutz vorgestellt. Im Verbundprojekt „Foulproject“ wurden von 2014 bis 2017 verschiedene Beschichtungen entwickelt und getestet. Dabei stellten sich Hartbeschichtungen als vielversprechend heraus. Hartbeschichtungen verfügen zum einen über einen Antihafteffekt und lassen sich zum anderen in speziellen Waschanlagen gut reinigen. Eine Zukunft ohne umweltschädliche Antifouling scheint näher zu rücken. Auf Yachten lassen sich die Forschungsergebnisse jedoch nur bedingt übertragen, da an Metallrümpfen getestet wurde.

Schiffsabfälle und Mikroplastik

Das Thema „Müll im Meer“ hatte beim Meeressymposium einen hohen Stellenwert. Vor allem feine Kunststoffteilchen (Mikroplastik) standen im Fokus der Vorträge. Doch auch das Einleiten von Schiffsabwässern führt zu einer Belastung der Meere. Besonders die Ostsee ist davon betroffen und hat seit längerem den Status des Sondergebiets. Künftig wird vermehrt im Fokus stehen, jegliche Abfälle an Bord zu sammeln und über die Häfen im Trennsystem zu entsorgen.

Fischernetze aus Recycling-Material

Immer wieder kommt es vor, dass Fischereifahrzeuge Teile ihrer Netze verlieren. In dem robusten Kunststoffgewebe verfangen sich nicht selten Meerestiere und Vögel. Auch Segler kennen das Problem umherschwimmender Netze: Sie können sich auch in Propellern verfangen. Auf dem Meeresumwelt-Symposium wurden Forschungsansätze vorgestellt, die sich mit recyclingfähigen Netzmaterialien beschäftigen.

Wissenschaftsliebling Qualle

Als glibberige Masse um das Boot herumwabernd, ist die Qualle bei Seglern nicht sonderlich beliebt. Um so spannender sind die glasigen Meeresbewohner, die zu fast 99 Prozent aus Wasser bestehen, für die Forschung: Aus Quallen gewonnene Wirkstoffe finden unter anderem Anwendung in Kosmetika und sogar in der Alzheimerforschung. In der Ostsee und auch in der Adria oder bei Madeira sind erste Versuchsgebiete zur „Quallen-Ernte“ eingerichtet worden.

Cyanobakterien und Algen

6H2O + 6CO2 → C6H12O6 + 6O2 ist die spannende Photosynthesegleichung, mit der sich Forscher beschäftigen, die CO2-Gehalte und Überdüngung der Ostsee erforschen. Dabei stehen im Gebiet der Gotlandsee die Cyanobakterien im Mittelpunkt. Nicht im Meeresumwelt-Symposium erwähnt, aber noch spannender dürfte die Forschungsreise von Jens Müller sein, der mit zwei Mitgliedern der DSV Kreuzer-Abteilung hierzu auf einer Yacht Forschungsarbeit leistet.

 

Neue Datenschutz-Grundverordnung
(DS-GVO)

Am 25. Mai 2018 ist die neue Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) in Kraft getreten.

Der Schutz und die Sicherheit Ihrer persönlichen Daten hat bei uns eine hohe Priorität. Mit dieser Meldung kommen wir gerne unserer Informationspflicht nach. Wichtige Informationen des DSV bzw. der DSV Kreuzer-Abteilung zum Umgang mit personenbezogenen Daten finden Sie auf unserer Internetseite unter: