12. Dezember 2017 Mittelmeer

Seit der letzten Regionalwahl 2015 sind linke Parteien in der Mehrheit auf den Balearen. Mehr und mehr machen sie nun entschieden Front gegen Sportbootfahrer, fordern Ankerverbote und kostenpflichtige Bojenfelder, wie jetzt für Port de Sollér.

Der Bürgermeister der mallorquinischen Küstenstadt Sóller, Jaume Servera von der links-grünen MES-Partei, hat fest vor, das Ankern zu regulieren und fordert eine „dringende Installation von zahlungspflichtigen Bojen“. Das berichtet die Gaceta Náutica, Wassersportzeitung für die Balearen. Die Ankerplätze sollten schnellstens reduziert werden, um eine Verschlechterung des Zustands der Seegraswiesen am Meeresgrund im Hafenbecken zu vermeiden.

Ein Biologe der Universität der Balearen (UIB) widersprach dieser Aussage bei einer Anhörung und führte aus, dass „das Problem für die Posidonia weniger die ankernden Schiffe seien, sondern die Meeresverschmutzung, speziell durch unzureichend geklärte Abwässer, die das Wasser trüben und das Sonnenlicht daran hindern, die Pflanzen in der Tiefe zu erreichen. Um den Zustand der Unterwasserböden zu verbessern, sollte als erstes die Einleitung von fäkalen Abwässern und anderen umweltschädlichen Stoffen unterbunden werden.“

Der Bürgermeister ignoriert diese Hinweise zur Verunreinigung durch Abwässer und besteht darauf, dass ein zahlungspflichtiges Bojenfeld aufgrund von „zu vielen Booten“ eingerichtet werden soll. Port de Sóller ist der einzige Schutzhafen für Sportboote an der gebirgigen, 50 sm langen, Nordwestküste Mallorcas.

Das Projekt ‚La Mar‘ (das Meer), das von der Gemeinde Calvià in den vergangenen neun Monate ausgearbeitet wurde, um die Auswirkungen ankernder Schiffe auf den Meeresgrund zu beurteilen, kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass sich die Seegraswiesen von Santa Ponça und Portal Vells in einem „ungünstigen“ Zustand befinden. Der Bericht schlägt für das Gemeindegebiet von Santa Ponça markierte freie Ankerfelder auf sandigen Böden und ein Feld mit 24 Bojen im Bereich der Posidonia für eine umweltverträgliche Nutzung vor.

Für die beliebte und stark frequentierte Cala Portals Vells wird vorgeschlagen, das gesamte Gebiet innerhalb der Bucht als einen Meeresschutzbereich zu definieren, was mit einem generellen Ankerverbot einhergehen würde.