9. Januar 2018 Mittelmeer

Stille Nacht für Wale vor den Balearen und Aus für die Ölerschließung – so triumphierten vor Weihnachten Umweltverbände. Denn zwischen der Inselgruppe mit Mallorca im Zentrum und dem spanischen Festland wurde ein Schutzgebiet eingerichtet, Explorationen sind gestoppt.

Alianza Mar Blava, OceanCare und das Natural Resources Defense Council begrüßen die Entscheidung der 20. Vertragsstaatenkonferenz der Barcelona-Konvention, dem Wal-Migrationskorridor zwischen den Balearen und dem spanischen Festland den Status eines „Besonderen Schutzgebiets von mediterraner Bedeutung (Specially Protected Area of Mediterranean Importance, SPAMI)“ zuzusprechen. Hier verläuft die Wanderroute der Finnwale im nördlichen Mittelmeer. Die Region bietet auch Lebensraum und Nahrungsgründe für viele andere Wal- und Delphinarten.

Noch bis vor kurzem waren in dem Gebiet Erdöl- und Erdgasvorkommen gesucht worden, dagegen hatte sich massiver Widerstand vor allem auf den Balearen-Inseln formiert.  „Wir sind dankbar für die große Unterstützung durch spanische Volksvertretungen sowie durch Wissenschaftler und Naturschutzinstitutionen weltweit“, sagt Carlos Bravo, Sprecher der Alianza Mar Blava. Zu dieser Allianz zählen derzeit mehr als 120 Mitglieder, darunter Regierungsstellen (von den Balearen und aus Katalonien), Privatunternehmen (aus Bereichen wie Tourismus, Fischerei und Schifffahrt) und Organisationen der Zivilgesellschaft.

In den Jahren 2016 und 2017 hatten sich zahlreiche bedeutende Institutionen in Spanien für die SPAMI-Initiative ausgesprochen. Darunter das spanische Parlament, das Parlament der Balearen, die Regionalregierungen der Balearen, Kataloniens und Valencias, die Inselräte von Mallorca, Menorca, Formentera und Ibiza, die Stadträte von Barcelona, Valencia und Palma de Mallorca, sowie die Gemeinderäte von Ibiza, Mahón, Ciutadella und vielen weiteren balearischen Gemeinden.

Eine unmittelbare Konsequenz dieser Entscheidung ist, dass das Energieministerium Spaniens nun alle Explorationsprojekte für Öl- und Gas- für diese Region negativ bescheiden wird. Sobald das  Dekret im spanischen Amtsblatt veröffentlicht ist, wird in der Meeresregion ein vorbeugendes Schutzsystem eingerichtet. Das untersagt seismische Untersuchungen (z. B. mit Luftdruckkanonen) sowie sämtliche Abbautätigkeiten. Es wird maximal drei Jahre lang gelten. In diesem Zeitraum muss es durch einen Nutzungs- und Managementplan ersetzt werden.