5. Februar 2020 Mittelmeer

Sturmtief Gloria hat die Ostküste Spaniens in den Tagen ab dem 20. Januar in ein Inferno verwandelt. Schäden gab es in vielen Häfen, auch auf den beliebten Balearen-Inseln. In Port de Pollensa endeten mehr als ein Dutzend Yachten am langen Strand neben der Marina.

 

Dass es in Port de Pollensa im Norden Mallorcas so viele Strandungen gab, verwundert nicht, denn neben der Marina des örtlichen Real Club Náutico befindet sich ein sehr großes Ankerfeld. Viele der dortigen Yachten liegen dort über Wochen ohne ihre Eigner.

Auf den Balearen hatte der Sturm seinen Höhepunkt am Dienstagmittag, 21. Januar 2020. Die Bilder der höchsten Wellen vor Portocolom schafften es bis in die Tagesschau-20-Uhr-Nachrichten und wurden im Internet vielfach geteilt. In der Hafenbucht selber hielten sich die Auswirkungen nach Aussagen eines örtlichen Charteranbieters in Grenzen. Es gab natürlich Schäden an den Steganlagen und auch Boote, die sich losgerissen hatten.

Meteorologen hatten gewarnt, dass Sturmtief Gloria sehr gefährlich werden könnte. Nachher wusste man: Es handelte es sich um das heftigste Unwetter seit vielen Jahren. Das spanische Festland war an der Ostküste in vielen Gebieten überflutet, weiter im Inland fiel ergiebig Schnee, die Regenfälle in den Pyrenäen betrugen in Teilen 300 l pro Quadratmeter binnen 24 Stunden. Die Fährverbindungen zwischen dem Festland und den Inseln Mallorca sowie Ibiza waren unterbrochen, Flughäfen stellten vorübergehend den Betrieb ein.

Zu Beginn des Sturmtiefs gelang dem dänischen Team der 70-Fuß-Rennyacht „Trifork“, Neubau als „Ericsson 4“, originär für eine Non-Stopp-Weltumsegelung auf Zeit gebaut, ein Fabelrekord für eine Mallorca-Umrundung. Die Yacht vom Typ VO 70 (VO gleich Volvo Ocean) schaffte die circa 200 sm in 13 Stunden und 15 Minuten. Die vorherige Marke war seit 2005 in Kraft: 17 Stunden und 14 Minuten, aufgestellt von der „UCA“ des früheren deutschen Arbeitgeberpräsidenten Klaus Murmann. Seitdem hatte es vier Rekordversuche gegeben, die jedoch alle wegen Windmangels oder nach Pannen scheiterten.

Die höchsten Wellen von mehr als acht Metern und Wind mit Böen bis zu 40 Knoten gab es an den nördlichen Kaps der Insel Mallorca. Skipper Joern Larsen sagte nach der Rückkehr in Palma, die Bedingungen seien vergleichbar gewesen mit denen im Südpazifik.