12. September 2018 Mittelmeer

Das Umweltministerium der autonomen Region der Balearen hat seine Aufklärungskampagne unter Wassersportlern zum Schutz des Posidonia-Seegrases intensiviert. 2018 waren sogar 15 Boote im Einsatz, die bis Ende August fast 40.000 Schiffe überprüften. Jedes Zehnte musste neu ankern.

Das Seegras Posidonia Oceanica ist per Gesetz geschützt, ihm werden zahlreiche positive Effekte zugeschrieben. Um es nicht zu zerstören oder zu beschädigen, darf nicht auf ihm geankert werden, auch die Ankerkette soll es nicht beeinträchtigen. Das wissen durch Informationsbroschüren und Berichterstattung auch immer mehr Bootssportler, aber beileibe nicht alle. Oder sie nehmen es nicht so genau.

Um hier zu sensibilisieren, waren in diesem Sommer 15 Festbodenschlauboote auf allen Balearen-Inseln unterwegs und damit fünf mehr als im Jahr zuvor, ihre Fahrer kontrollierten und gaben Hinweise. Das Ergebnis kann sich aus Sicht der Wassersportler sehen lassen. Nur jedes zehnte kontrollierte Boot wurde aufgefordert, neu zu ankern, genau 4.436 von 38.271 zwischen Mai 2017 bis Ende August 2018.

Was jetzt fehlt, ist ein ebenso entschlossenes Vorgehen der Politik gegen eigene Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte. Denn nur die wenigsten Kläranlagen auf den Balearen verfügen über die dritte Reinigungsstufe. Zudem sind fast alle nicht in der Lage, größere Regenmengen zu bewältigen. Dann wird ungeklärt ins Meer geleitet, Strände werden wegen der hohen Schadstoffwerte über Tage gesperrt.

Und – sehr viele der Abwasserohre münden über Seegrasfeldern. Forscher haben bewiesen, dass sich so schon Blaualgen am Meeresgrund gebildet haben und in einem bestimmten Umkreis alles Leben erloschen ist.