6. Februar 2019 Mittelmeer

Eine neue Ausstellung in Palma de Mallorca zeigt auf eindrucksvolle Weise die Jahrtausende alte Siedlungsgeschichte der Balearen-Inseln, die im westlichen Mittelmeer schon vor der Eroberung durch die Römer eine wichtige Rolle spielten. Die sehr jungen Funde stammen von einer Mini-Insel.

Islote Galera wird dieses Eiland genannt, misst gerade 50×70 m und liegt keine halbe Seemeile westlich des Yachthafens von Ca’n Pastilla in der Bucht von Palma. Viele KA-Mitglieder kennen die Insel von ihren Törns. Auch wenn dieses Inselchen durch den 0,7 bis 1m niedrigeren Wasserstand von 2000-3000 Jahren ein paar Quadratmeter größer gewesen sein mag, so ist die Menge an Funden im Vergleich zur Größe der Fläche dennoch überaus erstaunlich für den Archäologen und Leiter der Ausgrabungen, José Jorge Arguello Menéndez aus Asturien im Nordwesten der spanischen Halbinsel.

Was die Forscher der Erde und dem Fels entrissen reicht bis zu 4.000 Jahre zurück. 300 Jahre vor Christus kamen die Karthager aus dem Nordwesten Afrikas, genauer dem heutigen Tunesien. Angeregt durch die reichhaltigen und zum Teil gut erhaltenen Funde aus unterschiedlichen Regionen des westlichen Mittelmeeres vermutet man Fahrtrouten über Sardinien, Sizilien, Südfrankreich und Katalonien. Die Karthager, auch Punier oder Phönizier genannt, errichteten sogar einen kleinen, vier Meter hohen Tempel auf der Islote Galera. In den Punischen Kriegen der Römer gegen Karthago wurde er zerstört, als an deren Ende 123 vor Christus die Römer Mallorca einnahmen.

Die Archäologen faden auch Grabstellen und erstaunlich gut konservierte Skelette, die eindeutige Rückschlüsse zu den Personen zuließen. Alles zusammen gibt es noch bis zum 15. Juni auf drei Etagen zu sehen im Stadtpalast Can Balaguer in der C. de la Unió, 3 im Zentrum von Palma. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10-19 Uhr, Sonntag 10-15 Uhr. Der Eintritt ist frei.