30. April 2019 Mittelmeer

Vor der Saison ist nach der Saison. Auch wenn die Wassersportzeit gerade wieder beginnt, so erreichen die DSV Kreuzer-Abteilung doch bereits erste Anfragen nach Überwinterungsmöglichkeiten. Mehr und mehr Seglerinnen und Segler fahren den ganzen Sommer über im Mittelmeer – und lassen ihr Boot dann dort. Hier ein Vorschlag:

Günstige Überwinterungsplätze zu finden, ob im Wasser oder an Land, ist manchmal gar nicht einfach, und etwas Glück gehört auch dazu. Eine Erwähnung wert ist die Firma Artemar auf der süditalienischen Insel Sizilien, meinen Petra und Rupert Kellner, Mitglieder der Kreuzer-Abteilung.

Die beiden sind Eigner und Erbauer des 20-m-Katamarans „Largyalo“, mit dem sie seit gut zehn Jahren unterwegs sind, überwiegend im Mittelmeer, aber auch schon in der Karibik. Allein schon durch die Größe ihres Schiffs ist die Liegeplatz-Auswahl für die Monate im europäischen Winter immer wieder eine Herausforderung.

Den zuletzt ausgewählten Platz möchten sie nun auch anderen Mitgliedern weiter empfehlen. Es handelt sich dabei um den Service-Betrieb Artemar mit angeschlossener Werft und eigenen Liegeplätzen in der Ortschaft Termini Imerese. Er befindet sich nahe der neuen Marina Capo d’Orlando und ziemlich in der Mitte zwischen der sizilianischen Hauptstadt Palermo und dem sehenswerten Ort Cefalú an der Nordküste Siziliens.

Hier gibt es einen großen Travellift, der Yachten bis zu 220 t und 10 m Breite an Land stellen kann. Damit ist er momentan der größte auf Sizilien. Allerdings operiert dieser Lift ohne Becken. Er fährt an einem flach auslaufenden Sandstrand ins Meer, wenn die Wetter- und vor allem Seebedingungen es zulassen. Ergänzend gibt es mobile Kräne mit weniger maximaler Traglast. Preise auf Anfrage und unter info@artemarmooring.com.

Hier ein aktueller Situationsbericht der Eigner von Mitte April 2019:

„Die Versorgung mit Schiffszubehör oder Material in der näheren Umgebung ist schlecht. Aber Palermo ist nicht weit und dort bekommt man fast alles. Oder wir gehen zum Inhaber des Betriebs, Ignazio. Der drückt uns zwei dicke Kataloge in die Hand, darin gibt’s Sachen, die bekommt man nicht einmal in Deutschland.

Der Ort Termini Imerese ist typisch sizilianisch. Er hat einen gewissen Charme. Der Hafen und das zusätzliche Arbeitsgelände im Industriegebiet mit dem großen Travellift sind zwar nicht sehr einladend, aber das Hinterland ist wunderschön und man kann tolle Ausflüge machen.

Um den Winter über auf dem Schiff zu leben, ist es hier nicht ideal. Es sei denn, man hat viel am Schiff zu arbeiten, so wie wir. Wer im Industriegebiet steht, sollte einen fahrbaren Untersatz haben.

Sanitäre Anlagen (eine Dusche, eine Toilette, weitere im Bau …) gibt es nur im Hafen bei den Stegen. Auf dem ca. 6 km entfernten, abseits gelegenen Gelände im Industriegebiet gibt es keine Sanitäranlagen. Mit Ausnahme eines Dixiklos, das man uns hingestellt hat. Von daher ganz okay, wenn man keine hohen Ansprüche hat. Überhaupt ist zu erwähnen, dass sich Ignazio und die anderen Marina-Angestellten große Mühe geben, uns zufrieden zu stellen.

Das Gelände, auf dem wir stehen, ist mit reichlich Strom- und Wasseranschlüssen versorgt, und man kann hier gut arbeiten. Wir fühlen uns hier auch sehr sicher, so dass wir nachts, und auch wenn wir das rundum eingezäunte Gelände mal verlassen, alles offen lassen und keine Sorge haben, dass etwas weg kommt. Außerdem bewachen uns drei furchteinflößende Wachhunde. Die geben uns mehr Sicherheit als die Sicherheitsfirma in der Nachbarschaft.

Soweit wir es beobachten und beurteilen können, machen die Werftarbeiter hier eine gute Arbeit. Wir hatten etwas schweißen lassen und waren mit der abgelieferten Qualität sehr zufrieden.

Wer sein Schiff im Wasser überwintern will, sollte an das winterliche Nordsizilien-Wetter denken. 50 kn Wind und mehr sind keine Seltenheit und bei Nord- bis Ostwind gibt es ordentlich Schwell im Hafen. Also Schiff gut abfendern, am besten noch mit zusätzlichen Schutzvorrichtungen versehen.

Auch wenn man seine Ansprüche in mancher Hinsicht zurückschrauben muss, so finden wir doch, dass es ein guter Platz zum Arbeiten am Schiff ist, oder um es einfach nur abzustellen. Wir werden deshalb nächsten Winter voraussichtlich wieder auf diesen Platz gehen. Denn auch die Verkehrsanbindung ist gut. Die Flughäfen Catania und Palermo sind in 2-2,5 Stunden gut mit Bahn/Bus zu erreichen.“

Kontakt:

Tel. +39 091 8111890

artemar@tiscali.it

info@artemarnautica.com

info@artemarmooring.com

www.artemarnautica.com

www.artemarmooring.com