21. Juni 2017 Mittelmeer

Kroatien ist EU-Mitglied seit Juli 2013, aber noch nicht Teil des sogenannten Schengen-Raums, in dem die Grenzkontrollen zwischen den Mitgliedsstaaten entfallen. Deshalb hat Kroatien nun seine Kontrollen an den Seegrenzen verschärft und fordert von Ankommenden Ausklarierungspapiere.

Betroffen von dieser neuen Gangart, mit der sich Kroatien für die Aufnahme in den Schengen-Raum qualifizieren möchte, sind vor allem Wassersportler, die aus Italien kommen. Denn hier ist es seit vielen Jahren völlig unüblich, ein- bzw. auszuklarieren. Und die Behörden tun sich – obwohl, wie die Marinas, aus Kroatien informiert – entsprechend schwer mit der neuen Anforderung. Sprachschwierigkeiten machen die Sache nicht einfacher. In der Konsequenz versucht man überwiegend, diesen Verwaltungsakt zu vermeiden.

„Wer Probleme in Italien mit dem Ausklarieren hat, sollte einen Abstecher nach Slowenien machen und dort ausklarieren“, empfiehlt deshalb Kroatien-Experte Karl-Heinz Beständig. Denn wer keinen Nachweis über das Ausklarieren in einem anderen Land vorlegen kann, könnte bestraft werden. Berichte darüber gibt es jedoch noch nicht.

Peter Markowitz, Repräsentant der Kreuzer-Abteilung in der Marina Aprilia Marittima, Lignano, ergänzt diese Erfahrung: „Zwar verlangt Kroatien eine Crewliste mit Ausreisestempel von italienischen Behörden. Es reicht aber offensichtlich die ausgedruckte Kopie einer E-Mail an die Polizei, Carabinieri (Militärpolizei) etc. mit angehängter Crewliste.“