12. April 2021 Allgemeine News, Nordsee, Ostsee

Der ein oder andere Sportschiffer plant in diesen Tagen die Yachtüberführung aus dem Ausland nach Deutschland. Für sie stellen wir hier noch einmal die derzeit geltenden Einreisebestimmungen der deutschen Bundesregierung dar.

Wer jetzt aus dem Ausland kommt und sich in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet oder einem Gebiet mit einem besonders hohen Risiko (Hochinzidenzgebiet oder Virusvarianten-Gebiet) aufgehalten hat, muss sich digital registrieren. Dabei gelten als Risikogebiete Länder oder Landesteile deren Inzidenz in den letzten 7 Tagen höher als 50 lag. Als Hochinzidenzgebieten werden diejenigen Länder bezeichnet, deren Inzidenzwert in diesem Zeitraum höher als 200 lag. Sowohl die digitale Einreiseanmeldung (DEA), als auch die aktuelle Einstufung des Landes aus dem man kommt findet man unter www.einreiseanmeldung.de ↗. Um zu vermeiden, dass man sich zum Beispiel bei Reiseantritt in einem Risikogebiet befindet, das dann im weiteren Verlauf der Reise als Hochinzidenzgebiet eingestuft wird, sollte man auch während der Reise die aktuellen Informationen abrufen. Entscheidend ist hier nämlich nicht nur der Abreiseort, sondern die Orte, an denen man sich in den letzten 10 Tagen aufgehalten hat. Und für Hochrisiko- und Virusvarianten-Gebiete gilt, daß die Einreiseanmeldung auf Verlangen vorzuzeigen ist.

 

Diese Information ist auch wichtig für den vorgeschriebenen Corona-Test. Denn wer auf dem Land- oder Seeweg aus einem “einfachen” Risikogebiet einreist, muss sich innerhalb von 48 Stunden auf Corona testen lassen. Innerhalb von 10 Tagen nach der Einreise kann sich das Gesundheitsamt melden und Reisende dazu auffordern, ihr negatives Testergebnis vorzulegen. Wer aber aus einem Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet einreist, muss den Corona-Test bereits bei der Einreise vorlegen können.

 

Auch bei der Pflicht zur Absonderung (Quarantäne) wird unterschieden. Hat man sich in einem Risiko- oder Hochrisikogebiet aufgehalten gilt grundsätzlich eine Quarantäne-Zeit von 10 Tagen. Diese kann jedoch in vielen Fällen nach fünf Tagen durch einen weiteren negativen Coronatest beendet werden. Für die Einreise aus Virusvarianten-Gebiete sind dagegen 14 Tage vorgesehen, die auch nicht verkürzt werden können. Außer dem Departement Moselle in Frankreich ist aber derzeit kein Gebiet in Europa als Virusvarianten-Gebiet eingestuft.

 

Über diese bundeseinheitlich geltenden Regeln hinaus kann es in den einzelnen Bundesländern weitere Beschränkungen geben. Von besonderer Bedeutung ist hier das Beherbergungsverbot, welches es den Yachthafenbetreibern untersagt Liegeplätze an Gäste zu vermieten. So muss eine Reise derzeit gut geplant werden, will man nicht ohne Stop bis zum Ziel fahren oder riskieren, aus dem Hafen gewiesen zu werden.

 

Da kann es unter Umständen sinnvoll sein einen Gewerbebetrieb mit der Überführung zu beauftragen, denn es gibt Ausnahmen von den oben genannten Regeln, zum Beispiel für Personen, die bei Einhaltung angemessener Schutz- und Hygienekonzepte beruflich bedingt in die Bundesrepublik Deutschland einreisen, um grenzüberschreitend Personen, Waren oder Güter auf der Straße, der Schiene, per Schiff oder per Flugzeug zu transportieren.

 

Autorin: Marlis Bruse