15. September 2020 Allgemeine News, Mittelmeer, Ostsee

Die Bergung von sogenannten „Geisternetzen“ und anderem Unrat vom Meeresgrund hat aktuell offenbar Hochkonjunktur.  In Deutschland berichtet die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) regelmäßig von ihren Aktionen, in Griechenland ist Aegean Rebreath seit 2017 aktiv im Taucheinsatz.

 

Taucher im Einsatz für den Umweltschutz

Zwei Tage und  22 Tauchgänge – auch die zweite Geisternetz-Bergungsaktion vor Rügen wertet die GRD als „Erfolg für die Meeresumwelt der Ostsee“. Das sechsköpfige Tauchteam der Tauchbasis Prora holte mit Hilfe des Forschungs-schiffs „Goor II“ bei widrigen Wetter-bedingungen und Windstärken von bis fünf Beaufort und bis zu 1,5 m hohem Wellengang ein 800 kg schweres Nylon-Schleppnetz sowie 13 Autoreifen, mehrere Metallteile und anderen Unrat vom Ostseeboden.

 

Um den Zustand der griechischen Küstengewässer und um Aufklärungsarbeit für praktischen Umweltschutz an Schulen kümmert sich seit 2017 die Organisation Aegean Rebreath. Bis heute wurden mehr als 40 Unterwasser- und Küsten-reinigungen durchgeführt, zuletzt nicht mehr nur in der Ägäis, sondern auch im Ionischen Meer. 150 freiwillige Profi- und Amateur-Taucher haben dabei mehr als 8 Tonnen Geister-Netze entfernt, mehr als 500 Reifen, über 14.000 Plastikflaschen und über 220 Säcke mit Plastiktüten. Allein beim letzten Einsatz Anfang September auf der Insel Lefkas wurden 2,5 Tonnen Geisternetze, 47 Reifen, 235 Plastikflaschen, 164 Aluminiumdosen und unterschiedlicher Müll, der 32 Säcke füllte, nach oben befördert.

 

Taucher im Einsatz für das Meer

Zu den Aktiven zählen  neben Tauchern, Ozeanologen, Fischwissenschaftler, Umwelt-schützer, Archäologen, Ingenieure und Personen mit Erfahrung in der Umsetzung von Programmen unter ökologischen und sozialen Aspekten. Gründer von Aegean Rebreath ist George Sarelakos. Er strebt ergänzend zu den Meeres-säuberungen auch eine dauerhafte Zusammenarbeit mit Recycling- und Abfallent-sorgungsunternehmen an, um in der griechischen Abfallwirtschaft das Bewusstsein für eine höhere Recyclingquote zu schärfen. Sarelakos ist ebenfalls aktiv bei Ghost Diving, eine internationale Vereinigung von Tauchern, die sich um die Beseitigung von Geisternetzen kümmert.

 

Die Aktivitäten von Aegean Rebreath waren einem Mitglied der DSV Kreuzer-Abteilung im Rahmen der Urlaubsvorbereitung zufällig bei der Internet-Recherche aufgefallen. Gregor Andreas Geiger, Pressesprecher für den Verband Deutscher Papierfabriken, war so angetan, dass er gleich den Kontakt herstellte zwischen Aegean Rebreath und dem Direktor der boot in Düsseldorfer, Petros Michelidakis. Der gebürtige Grieche hat die Initiative eingeladen, sich für den Meeresschutzpreis der boot, den Ocean Tribute Award, zu bewerben und auf der Messe auszustellen.

Mehr Informationen zu den genannten Organisationen gibt es auch auf diesen Webseiten:

www.delphinschutz.org ↗ (dort im Menü unter „Projekte“, „Geisternetze“)

www.aegeanrebreath.org/en/

www.ghostdiving.org