15. März 2021 Allgemeine News, Ostsee

Aktualisierung 15. März, 1400 Uhr:

Wir erhalten soeben die Mitteilung von der Wasserstraßen-  und Schifffahrts-verwaltung des Bundes, dass ab heute Mittag die große Nordkammer in Kiel-Holtenau der Schifffahrt wieder zur Verfügung steht. Offenbar waren die durch die “Wilson Goole” verursachten Schäden nicht so groß, dass ein Weiterbetrieb nicht möglich ist.

 

Am vergangenen Samstagabend ist das rund 90 Meter lange Frachtschiff “Wilson Goole” von der Ostsee kommend in die große Nordkammer der Schleuse Kiel-Holtenau eingelaufen und gegen das geschlossene, kanalseitige Schleusentor gefahren. Durch die Havarie wurde das Schleusentor erheblich beschädigt. Noch ist nicht klar, wie es zu dem Unfall kam. Nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks soll es einen Maschinenausfall gegeben haben. Der Frachter wurde noch in der Nacht von zwei Schleppern zur nahegelegenen Lindenau Werft gebracht. Es gab keine Verletzten. Die Schleusenkammer musste aber außer Betrieb genommen werden. Wie lange die Schifffahrt darauf verzichten muss, steht frühestens Montag fest, wenn Taucher das Tor inspiziert haben.

 

Kanalschleuse Holtenau - Ort der Havarie

Die “Wilson Goole” ist mit dem kanalseitigen Schiebetor der Nordkammer der großen Schleuse Kiel-Holtenau kollidiert. Quelle: WSA Kiel-Holtenau

 

Die Schifffahrt läuft jetzt ausschließlich durch die große Südkammer der Schleuse Kiel-Holtenau weiter und das bedeutet lange Wartezeiten für alle Schiffe. Es kommt erschwerend hinzu, dass die Reparatur der Nordschleuse einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Denn als im vergangenen Jahr bereits der Frachter “Else” gegen ein Tor stieß, wurde das letzte verfügbare Ersatz-Tor eingebaut. Die Reparaturarbeiten sämtlicher Ersatztore sind noch nicht abgeschlossen. Auch die kleinen Schleusen stehen wegen baulicher Mängel seit 2014 nicht mehr zur Verfügung. Mit dem Baubeginn des Ersatzneubaus wird laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung nicht vor 2023 gerechnet.

 

Autor: Marlis Bruse