16. September 2020 Allgemeine News, Sonstige Reviere, Umwelt

Gut zehn Jahre nach dem ersten Versuch, das Einleiten von Bootsabwässern zu unterbinden, ist man im Nachbarland mit dem zweiten Anlauf befasst. Doch es geht langsamer voran als noch im Frühjahr mitgeteilt: Das mögliche Verblomben von Außenbordsventilen wird wohl nicht vor 2023 kommen.

 

Noch im Frühjahr dieses Jahres hatte es geheißen: Ab 2021 könnten Borddurchlässe versiegelt werden, wenn kein Rückhaltetank oder eine Abwasser-Aufbereitungsanlage an Bord ist. Doch nun teilte der Leiter der Abteilung Yachtbau und Wassersport bei Hiswa Recron, die Vertretung der niederländischen Sportboot-Unternehmen, auf Anfrage der DSV Kreuzer-Abteilung (KA) mit:

 

„Die Verriegelung verschließbarer Ventile wird in einer neuen Gesetzgebung (Omgevingswet / Umweltcode) geregelt. Diese wird frühestens 2022 in Kraft treten. Dann erwarten wir eine Übertragungsperiode, also denken wir, dass nicht früher als 2023 Außenbordventile verblombt werden müssen. In der Zwischenzeit erwarten wir die Zulassung für Aufbereitungssysteme, mit denen Brauch- und Abwasser an Bord so behandelt werden kann, dass eine Einleitung statthaft ist.“

 

Wie schon im Frühjahr 2020 berichtet, ist das bestehende Einleitungsverbot in den Niederlanden in der Praxis gescheitert. Eigner Karl-Heinz Czierpka  (www.czierpka.de), KA-Mitglied und viel unterwegs jenseits der Grenze weiß: Die Absauganlagen hatten mehr Ausfallzeiten als Betriebsstunden, Adapter fehlten, Skipper veranstalteten beim Absaugvorgang auf Grund fehlender Erfahrung riesige Sauereien, Charterer kamen oft mit überquellendem Tank zurück. Auch war und ist die Fahrgastschifffahrt, etwa die „Braune Flotte“ mit den überall präsenten Traditionsschiffen und ihren zahlreichen Gästen, vom Einleitungsverbot ausgenommen, was die generelle Akzeptanz sinken ließ.