15. März 2021 Allgemeine News, Mittelmeer, Umwelt

Umweltschutz contra Freiheit auf dem Meer und an den Küsten: Nun gibt es zur Erhaltung des europaweit geschützten Posidonia-Seegras für die französische Region Alpes-Maritimes an der Côte d‘Azur und im Süden der Insel Korsika neue Ankerverbote für Yachten über 24 bzw. 20 m Länge.

 

Die Ankerregulierungen gelten für Yachten über 24 m Länge zwischen Cannes und Antibes und für Yachten über 20 m Länge zwischen dem Fluss Var, der bei Nizza mündet, und der französisch-italienischen Grenze. Ausgenommen ist sind die Gewässer des Fürstentums Monaco. Weitere Ankerverbote für Schiffe über 24 m Länge wurden für den Süden der zu Frankreich gehörigen Mittelmeer-Insel Korsika erlassen.

 

Die Dekrete sind nachzulesen auf der Webseite www.premar-mediterranee.gouv.fr/arretes. Dort den Monat 10/2020 auswählen und dann die Dateien vom 14. Oktober, dem Datum, an dem die Erlasse in Toulon durch den Vizeadmiral Laurant Isnard, Préfet Maritime de la Méditerranée, unterschrieben wurden.

 

Das Posidonia-Seegras ist auf europäischer Ebene aus unterschiedlichen Gründen geschützt, es darf zum Beispiel nicht herausgerissen werden. Das passiert aber nachweislich beim Ankern, weshalb das mittlerweile an vielen Stellen streng kontrolliert wird, zum Beispiel in Spanien und dort vor allem rund um die Inselgruppe der Balearen mit Mallorca in der Mitte. Ankern ausschließlich über Sandgrund lautet deshalb die Direktive, was schon deshalb für Bootfahrer viel Sinn macht, weil ein Anker auf Sand besser hält als einem verkrauteten Boden.
Diese mit einem Ankerverbot belegten Küstenzonen sollen künftig in den amtlichen, französischen SHOM-Seekarten (erstellt unter der Aufsicht des Ministeriums der Streitkräfte) hervorgehoben werden. Sie sind an Bord mitzuführen.

 

Autor: Martin Muth