2. November 2018 Allgemeine News

Gut zehn Meter lang, weniger als einen Meter Tiefgang und äußerst seetüchtig – dies sind einige markante Merkmale des neuen Ausbildungs- und Trainingsbootes MERVI der Seenotretter. Die jüngste Einheit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) wurde am Samstag, 27. Oktober 2018, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung im Stadthafen von Neustadt in Holstein auf den Namen MERVI getauft. Ganz in der Nähe, auf dem Wieksberg, unterhält die DGzRS seit mehr als 20 Jahren ihre eigene Ausbildungsstation. Seit Gründung der Ausbildungsstation vor 22 Jahren hat die DGzRS in Neustadt rund 5.000 Teilnehmer in sieben verschiedenen Lernfeldern geschult. Vormann der Station ist Wolfgang Behnk, den Lehrbetrieb leitet Larissa Buck. Wolfgang Behnk schult außerdem seit vielen Jahren auch Mitglieder der DSV-Kreuzer-Abteilung beim Sicherheitstraining.

Das neue Spezialschiff mit der internen Bezeichnung SRB 72 ist der erste Neubau für die praktische Aus- und Fortbildung der Seenotretter. „Dank einer Förderung durch die Deutsche Fernsehlotterie erhalten wir ein Boot auf dem neuesten Stand der Technik. Unsere Besatzungen können jetzt mit dem gleichen Material trainieren, das sie auch auf ihren Stationen vorfinden“, sagt der Vormann der Ausbildungsstation Wolfgang Behnk.

Der Neubau gehört zur 9,5-/10,1-Meter Klasse der Seenotretter. Bereits 26 Einheiten dieses Typs haben sich in allen deutschen Revieren von Nord- und Ostsee hervorragend bewährt. Die Deutsche Fernsehlotterie hat das Spezialschiff mit 525.000 Euro gefördert. Das entspricht etwa der Hälfte der Baukosten. Wie alle Einheiten der Seenotretter ist die MERVI als Selbstaufrichter konstruiert und vollständig aus Aluminium im bewährten Netzspantensystem gebaut. Sie zeichnet sich durch hohe Seetüchtigkeit aus. In Grundsee und Brandung besitzt sie gute See-Eigenschaften, manövriert 0einwandfrei, übersteht heftige Grundstöße und ist in der Lage, dank des rundumlaufenden Fendersystems auch bei höheren Fahrtstufen und unter erschwerten Bedingungen bei Havaristen längsseits zu gehen.

Mandy Schmidt, Hörfunk-Moderatorin bei NDR 1 Welle Nord am Morgen, taufte das neue Ausbildungs- und Trainingsboot auf den Namen MERVI. Sie wünschte „allzeit gute Fahrt und der Besatzung stets eine sichere Heimkehr“. Der Name des Neubaus, ein finnischer Mädchenname, erinnert auf Wunsch der Deutschen Fernsehlotterie an eine ihr eng verbundene und sozial überaus engagierte Frau, die früh verstorben ist und drei Kinder hinterlassen hat. „Mit ihrem lebensbejahenden, geradezu stürmischen, skandinavisch-herzlichen Charakter passt sie als Namengeberin sehr gut zu diesem neuen Boot der Seenotretter“, sagt Christian Kipper.

Länge über Alles: 10,1 Meter • Breite über Alles: 3,61 Meter • Tiefgang: 0,96 Meter
Verdrängung: 8 Tonnen • Geschwindigkeit: 18 Knoten (ca. 33 km/h) • Besatzung: Freiwillige
Antrieb: ein Propeller, 380 PS

Weitere Informationen und Bilder direkt auf der Seite der DGzRS bei www. seenotretter.de