6. Dezember 2019 Allgemeine News

Sie hat schon früh das Ruder selbst in die Hand genommen. Sie hat die Welt umsegelt – und nutzte dafür eine ganz normale, kleine Serienyacht namens „Mädchen“. Ihre Liebe gehörte der weiten See. Vielfach wurde sie ausgezeichnet. Und nun gibt Sie dem neuen Skipperinnen-Preis der DSV Kreuzer-Abteilung ihren Namen: Gudrun Calligaro.

 

Der Skipperinnen-Preis – nun hat er einen Namen

 

„Mit einer so positiven Resonanz auf den Namenswettbewerb für den Skipperinnen-Preis haben wir nicht gerechnet. Wir freuen uns über die große Zustimmung. Und wir sind immer noch schwer beeindruckt von den tollen Namensvorschlägen und teilweise sehr ausführlichen und spannenden Begründungen. Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmerinnen“, Clemens Fackeldey, DSV Vizepräsident und Obmann der DSV Kreuzer-Abteilung, ist die Begeisterung immer noch anzumerken. Doch auch wenn er wahrscheinlich am liebsten alle Namensvorschläge genommen hätte, weil jede Begründung gut nachzuvollziehen war, gibt es eben gerade nur einen namenlosen Preis. Schließlich fiel die Entscheidung für den Namen, der als einziger mehrfach vorgeschlagen worden war: Gudrun Calligaro.

 

Gudrun Calligaro Verleihung Trans-Ocean-Preis

Eine ausgezeichnete Seglerin: Gudrun Calligaro mit dem Trans-Ocean-Preis ©Trans-Ocean

Gudrun Calligaro – eine inspirierende Seglerin

 

Gudrun Calligaro wurde das Segeln regelrecht in die Wiege gelegt. Seit ihrem siebten Lebensjahr segelte sie, anfangs auf einem Stausee in Stuttgart. Sie erweiterte den Radius auf Nord- und Ostsee, das Ijsselmeer, das Mittelmeer, den Englischen Kanal. Calligaro engagiert sich ehrenamtlich als Skipperin in der Jugendausbildung und skipperte auch Frauentörns auf der Ostsee. Anfang der 1980er-Jahre kam sie dann zum Blauwassersegeln. Schließlich erfüllt sich die mutige Seglerin einen Traum und segelt als erste Deutsche allein um die Welt. Mit ihrem Boot „Mädchen“, einer lediglich 9,25 Meter lange Serienyacht vom Typ Dufour Arpége, hat sie 31.834 Seemeilen in 338 Tagen zurückgelegt. Für diese Pionierleistung wurde sie vielfach geehrt: Sie erhielt den Trans-Ocean-Preis und die Trans-Ocean-Medaille, den Schlimbachpreis, seinerzeit die Krone der Hochseesegler, sowie den Award of Merit des britischen Ocean Cruising Club. Und nun gibt die inspirierende Frau zukünftig einer Auszeichnung für die beste Reise unter der Leitung einer Schiffsführerin ihren Namen.

 

Erzähl doch mal – darum sollten Seglerinnen ihre Geschichten teilen

 

Zwar gab es damals das Motto „Erzähl doch mal“ noch nicht, doch Calligaro hat glücklicherweise trotzdem ihre Erlebnisse mit der interessierten Segelwelt geteilt. Ihr Buch „Ein Traum wird wahr“ wurde ein Bestseller. „Wir hoffen, dass Gudrun Calligaros Leidenschaft für das Segeln und die See, ihr Mut, aber auch ihr ausgeprägtes Bewusstsein für Sicherheit und gute Seemannschaft sehr viele Seglerinnen inspiriert. Sie außerdem motiviert, das Ruder selbst in die Hand zu nehmen und ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit uns zu teilen – um durch ihre Geschichten dem Frauensegeln zu mehr Aufmerksamkeit und Respekt zu verhelfen“, wünscht sich der Leiter der DSV Kreuzer-Abteilung Sönke Thomsen.

 

The winner is – Übergabe des Preises auf der boot Düsseldorf

 

Da mehre Seglerinnen den Namen Gudrun Calligaro vorgeschlagen hatten, musste das Los entscheiden: Gratulation an Frau Ina Drechsler, die nun an einem Segeltraining für Frauen der Ocean‘s Eleven GmbH teilnehmen darf. Deren Geschäftsführerin Annette Kilch, selbst leidenschaftliche Skipperin, hatte dieses Training ohne zu zögern als Preis zur Verfügung gestellt und freut sich schon, ihn gemeinsam mit Clemens Fackeldey im Januar übergeben zu können. Die Übergabe erfolgt auf der boot Düsseldorf.

 

Das Team der DSV Kreuzer-Abteilung bedankt sich bei Alexander Keefer und Barbara Nowak, den Geschwistern von Gudrun Calligaro, ganz herzlich dafür, dass es den Namen der Schwester nutzen darf. Des Weiteren geht ein Dankeschön an das Team von Trans-Ocean und an den Stuttgarter Segel-Club für die hilfreiche Unterstützung.

 

Titelbild: Gudrun Calligaro am Ruder ihres treuen Bootes „Mädchen“ ©Johannes Erdmann