Kroatien - Zwischenbilanz der Rettungskräfte negativ

(21.9.2016) Die Adria gilt als leichtes Mittelmeer-Revier. Oft windstill bis schwachwindig, in großen Teilen durch der Küste vorgelagerte Insel sehr geschützt. Auch etwas für Kleinbootfahrer und vor allem für Anfänger. Nur der tückische Nordostwind Bora haut immer wieder kräftig dazwischen. Der Grund für die vielen Seenot-Einsätze in Kroatien könnte dennoch ein anderer sein …

Leichtsinn und/oder Unwissenheit stehen ganz oben auf der Skala der Möglichkeiten, das haben schon die Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt. Und auch dieses Mal sagt das Ministerium für Maritime Angelegenheiten, Verkehr und Infrastruktur: Die Havarien und Personenschäden werden auf mangelnde Kenntnisse der Schiffsführer, technische Defekte und mangelnde Ausstattung der Yachten zurückgeführt.

Über die Zwischenbilanz der Einsätze in diesem Jahr berichtet das auf Wassersport in der Adria spezialisierte Web-Portal www.skippertipps.de. Demnach hat das Nationale Zentrum für die Koordinierung der Suche und Rettung (MRCC in Rijeka) bis zum 18. August insgesamt 283 Einsätze gefahren. Dabei wurden 831 Personen und 136 Boote gerettet. Für 24 Personen kam jede Hilfe zu spät. Ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr mit 249 Einsätze und der Rettung von 435 Personen. Unter der Zahl der Havarien sind 7 Kollisionen, 32 Strandungen und drei gesunkene Yachten.