Bodenseesegler des Jahres bekommen Preis der KA

(25.11.2016) Zwei Weltmeister aus der Schweiz haben sich diese Auszeichnung verdient, wie in jedem Jahr ausgewählt durch den Vorstand des Bodensee Segler-Verbandes. Als Auszeichnung gab es dafür traditionsgemäß während des Bodensee Segler-Tages Anfang November einen Wanderpreis, die „Silberne Lädine“. Sie ist gestiftet von der Kreuzer-Abteilung des DSV ...

„Mit dem ersten Rang haben sie unseren Bodensee ausgezeichnet vertreten“, würdigte Dr. Frank Praetorius diese Leistung als Vertreter der Kreuzer-Abteilung und ehrte Patrick Maurer und Christan Hiller, die ihren Titel in der Hansa Klasse 303 double im niederländischen Medemblik gewannen.

27 Teams waren an die Startlinie gegangen. Die Hansa 303 double wird mehrheitlich von Menschen mit einer Beeinträchtigung gesegelt, manchmal auch mit einem Partner ohne eine Beeinträchtigung. Besonderheiten des Bootes sind: Steuermann und Crew sitzen in Fahrtrichtung nebeneinander, sodass nach einem Manöver kein Positionswechsel erforderlich ist. Gesteuert wird mittels Joystick entgegen der üblichen Pinne. Der Baum liegt sehr hoch, sodass der Kopf beim Manöver nicht touchiert werden kann und sowohl Großsegel als auch Fock weisen eine unkomplizierte Roll-Reff-Vorrichtung auf. Mit der tiefen Sitzposition und einem schweren Schwert ist die Jolle unkenterbar.

Steuermann Patrick Maurer ist in der Westschweiz aufgewachsen als Sohn einer deutschen Diplomaten-Familie. Mit einer cerebralen Bewegungsstörung ist er zur Welt gekommen. Sie hat Auswirkung auf den Bewegungsapparat und die Sprachmotorik. Seit 2004 ist er begeisterter Segler. Auf den Geschmack gekommen ist er in Segelcamps von PluSport Behinderten Sport Schweiz sowie auf Törns mit dem Vater auf dem Meer. Seit 2007 ist er Mitglied bei Sailability.ch. Es ist zurzeit der einzige Verein in der Schweiz, der regelmäßiges Segeln für Menschen mit besonderen Bedürfnissen anbietet und nimmt auf dem Bodensee im Rahmen seiner Möglichkeiten regelmäßig an Trainings teil.

2016 regattierte Maurer erstmalig die ganze Saison mit Christian Hiller, der seit seiner Kindheit mit seiner Familie auf einer L29 segelt und im YC Arbon das Segeln mit dem Opti erlernte, aber nur ein einziges Mal an einer Regatta teilnahm. Im Jahre 2006 konnte er sein Hobby zum Beruf machen, als er nach der Gründung des Vereins Sailability.ch in Arbon dort eine Teilzeitstelle als Segel-Instruktor angenommen hat. So kam Christian Hiller auch zum Regattasegeln, denn als Mitarbeitender von Sailability.ch begleitet er meist Menschen mit einer Beeinträchtigung auf ihren Wettfahrten.