Den Törn mit dem Smartphone aufzeichnen

(17.11.2016) Prinzipiell gibt es heute zahlreiche Möglichkeiten den gesegelten Track aufzuzeichnen und zu analysieren. Ulrich Jaroschek von der SKBUe (Segelklub Bayer Uerdingen e.V.) hat sich mit dem Thema beschäftigt und gibt seine praktischen Erfahrungen und Empfehlungen weiter ...

Es fängt mit der Aufzeichnung an. Das eingebaute Steuerelement frisst auf Grund seiner Komplexität leider viel Strom und der Einsatz wird deshalb auf langen Schlägen auf das Nötigste reduziert. Was nicht an ist, zeichnet nichts auf – aus diesem Grunde fällt die bordeigene Möglichkeit aus.

Kein Grund zum Verzweifeln. Alle gängigen Smartphones verfügen heute über ein GPS-Modul, das für derartige Zwecke bestens geeignet ist. Darüber hinaus lässt sich der Stromverbrauch durch Deaktivieren diverser Zusatzfunktionen deutlich senken, sodass eine fortlaufende Aufzeichnung auch über mehrere Tage möglich ist. Zusätzlich kann dem Smartphone neue Akku-Energie über zuvor geladene Powerpacks / Powerbanks zugefügt werden, ohne das Bordnetz zu belasten. Ich verwende seit Jahren ein altes Android-Handy, das keine 100 Euro gekostet hat.

Kommen wir zum nächsten Aspekt – dem Betriebssystem des Smartphone und dem Programm zur Aufzeichnung des GPS-Daten. Diese Programme gibt es für alle üblichen Betriebssysteme. Aus Kostengründen nutze ich Android. Sicherheitsaspekte kann ich ignorieren, da dieses Gerät weder sensible Daten enthält noch zur Telefonie genutzt wird. Obendrein ist das Softwareangebot riesig und in der Regel kostenfrei.

Das Programm „GPS-Essentials“ von Michael Schollmeyer ist für mich erste Wahl – leider ist mir nur die Android-Version bekannt. Es bietet vielfältige Steuermöglichkeiten für Aufzeichnung und Navigation, der Strom-Verbrauch ist minimal. Wichtig für die Langstreckenaufzeichnung ist die anfallende Menge der GPS-Daten. Bei „GPS-Essentials“ kann das „Tracking Update Interval“ zwischen 1 Sekunde und 1 Stunde nahezu frei festgelegt werden – alle 5 Minuten ergeben einen sehr ausführlichen Segeltrack. „GPS-Essentials“ kann zum Track Waypoints, Fotos und ergänzende Informationen abspeichern. Mit der Wahlmöglichkeit zwischen „Nautical Miles“ und „Kilometern“ eignet sich das Programm auch für ausgedehnte Landausflüge.

Die mit „GPS-Essentials“ gesammelten Daten können in den Formaten KML/KMZ (Google Earth, Google Maps) oder im GPX-Format 1.0 bzw. 1.1 direkt aus dem Programm exportiert werden. Anschließend ist eine Aufbereitung/Analyse in gängigen Programmen möglich. Zwei sehr umfangreiche Werkzeuge für die GPS-Daten-Analyse und Aufbereitung sind die kostenlosen Windows-Programme GPX-Manager 1.3 und GPS-Track-Analyse.NET 6.0.

 Beide Programme bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Datenaufbereitung. Insbesondere die Funktion „Trackpunkte reduzieren“ ist sehr hilfreich. Punkte unter 10 m Entfernung können entfernt und Punkte in gleicher Richtung optimiert werden.

Darüber hinaus können Tracks geteilt oder zusammengeführt werden. Innerhalb des Tracks lassen sich Extremwerte und Fehlerstellen leicht auffinden und korrigieren. Höhenprofile lassen sich glätten und als 3-D-Modell visualisieren. Statistiken runden die Auswertung ab.

Und wem das alles noch nicht reicht, der kann die aufbereiteten Daten farblich in Google-Earth oder über eine der zahlreichen Internetseite zum Thema “Suchbegriff: online gpx viewer” anschauen.

Sehr gut und leicht zu parametrieren, ist die Seite “Show GPX” von Jürgen Berkemeier - Show GPX: www.j-berkemeier.de/ShowGPX.html