Ostsee / Darßer Ort wird ausgebaggert

(26.5.2015) Der viel diskutierte und umstrittene Nothafen Darßer Ort an der Nordspitze der Halbinsel Darß in Mecklenburg-Vorpommern kann wieder ausgebaggert werden. 2014 war er wegen akuter Versandung kaum noch anlaufbar gewesen. Ab dem 24. Juni kann nun der Schwimmbagger kommen...

Die Genehmigung zur Baggerung wurde jetzt durch das Nationalparkamt Vorpommern erteilt. Es untersteht dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in Schwerin. Im nächsten Schritt kann das Straßenbauamt Stralsund die Arbeiten ausschreiben.

Das ist auch dringend geboten, denn zwischen Warnemünde (25 sm südwestlich) und Stralsund (20 sm östlich) gibt es keinen Etappenhafen für Sportbootfahrer, nur diesen Nothafen, der bis zur Wiedervereinigung von der Nationalen Volksarmee der DDR genutzt wurde.

Schon im April 2014, also vor über einem Jahr, waren Mindertiefen festgestellt worden, später wurden die Fahrwassertonnen eingezogen. Wichtig ist der Hafen nicht nur für Sportboote (in einem Seenotfall darf er angelaufen werden, aber nur dann), sondern auch für die DGzRS. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hat hier nämlich einen Seenotkreuzer stationiert.

Die jetzt genehmigten Baggerarbeiten dürfen aus Umweltschutzgründen nicht vor dem 24. Juni beginnen und müssen bis zum 4. August abgeschlossen sein. So erscheint jetzt schon absehbar, dass Darßer Ort erst zum Ende der Wassersportsaison wieder anlaufbar sein wird.

Darßer Ort liegt in der Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Den Betrieb hat schon 1994 der World Wildlife Found (WWF) übernommen. Erst im April hatte eine knappe Mehrheit der Bürger der Gemeinde Prerow, auf deren Territorium der Hafen liegt, für einen Ersatzhafen am Ende der existierenden Seebrücke gestimmt. Dieser soll bis 2020 fertig werden.