Ende für Darßer Ort in Sicht - Land investiert Millionensumme

(8.12.2014) Wie dpa am Freitag meldete, bekommt nach jahrzehntelangem Ringen um einen geeigneten Standort, die Ferienhalbinsel Darß/Zingst nun einen Hafen für Sportboote.
Dort soll dann auch der Seenotrettungskreuzer „Theo Fischer“ seinen dauerhaften Liegeplatz haben...

Umweltminister Till Backhaus (SPD) erläuterte am Freitag Kommunalpolitikern vor Ort die Pläne. Demnach soll die Seebrücke in Prerow verlängert werden und an ihrem neuen Ende ein mit Steinwällen geschützter Inselhafen entstehen.

Laut Backhaus hat eine von seinem Haus in Auftrag gegebene Studie ergeben, dass Prerow gegenüber Zingst aus technischen und auch aus Kostengründen vorzuziehen sei. Für den Bau des Hafens in Prerow werde mit Kosten von 10 bis 11 Millionen Euro gerechnet. Für Zingst müssten 11 bis 14 Millionen Euro veranschlagt werden.

„Seit der Gründung Mecklenburg-Vorpommerns war der Darßer Nothafen immer wieder ein Thema. Es ging immer darum, einen optimalen Schutz für in Seenot geratene Menschen zu garantieren, ohne die Belange der Umwelt im Nationalpark zu vernachlässigen“, erklärte Backhaus. Nach intensiver Diskussion mit allen Beteiligten sei nun endlich eine Lösung gefunden worden. „Wir als Land planen an der Seebrücke in Prerow einen Nothafen zu bauen und anschließend zu betreiben“, sagte der Minister und machte damit deutlich, dass das Land die Kosten tragen wird.

Im neuen Hafen werde es Liegeplätze für den Seenotretter und auch für Fischerboote geben. Zudem könnten Freizeitsegler Prerow als Etappenhafen nutzen. Bisher fehlt zwischen Rostock und Rügen eine solche Anlegestelle, was vom Tourismusverband seit langem kritisiert wird. Auch die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), die sich um die Sicherheit der Badegäste am Strand kümmert, begrüßte die Neubaupläne. „Unser Schlauchboot kann in dem Hafen festmachen und schneller zum Einsatz gebracht werden“, sagte der Landesvorsitzende Armin Jäger.

Wie Backhaus ankündigte, wird sich die Landesregierung Anfang 2015 mit dem Projekt befassen. Danach könnten die Planungen konkretisiert und die Aufträge erteilt werden. Ziel sei es, den neuen Hafen spätestens 2020 in Betrieb zu nehmen. Dann könne sich die Kernzone des Nationalparks ohne Eingriffe durch den Menschen entwickeln. Bis dahin wird aber noch der Nothafen genutzt.

Der Weg zum Nothafen muss wegen ungünstiger Strömungen am Nordkap der Halbinsel regelmäßig für viel Geld ausgebaggert werden. Erst Anfang Dezember war der Liegeplatz am Darßer Ort wegen Versandung der Zufahrt wieder gesperrt worden.