Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung - Tödlicher Unfall eines Einhandseglers vor St. Peter-Ording

(19.1.2010) Am Morgen des 27. Dezembers 2009 wurde das gekenterte Wrack der SY "Pingi" ebenso wie der Leichnam des Skippers auf der Böhler Sandbank vor St. Peter-Ording von zwei Seehundjägern entdeckt. Am 24. Dezember 2009 hatte der 63-jährige Skipper mit der "Pingi" im Hafen von Nordenham abgelegt. Er wollte Helgoland anlaufen...

Die Untersuchung des sehr schweren Seeunfalls der "Pingi" durch die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) musste sich auf eine summarische Darstellung beschränken. Weder der Unfallhergang noch Unfallort oder -uhrzeit ließen sich rekonstruieren und entziehen sich damit auch einer weitergehenden Analyse.
Indizien sprechen für einen Wetterunfall. Mit der "Pingi" unter den vorherrschenden Wetterbedingungen die ca. 10-stündige Überfahrt nach Helgoland zu wagen, war selbst für einen erfahrenen Skipper riskant. Unklar bleibt, ob die Wetterprognosen bei der Reisevorbereitung ausreichend berücksichtigt wurden, oder ob der Skipper die Risiken, insbesondere die eines schnellen Wetterumschwungs, unterschätzte.
Die BSU hat bereits in zahlreichen anderen Untersuchungen auf die besonderen Gefahren des Einhandsegelns hingewiesen und darin auch die Wichtigkeit der Absicherung gegen ein Überbordgehen hervorgehoben*.


*Vgl. die Berichte zum Mensch über Bord Unfall mit Todesfolge auf der SY DEN BLA (Az. 474/09), zum Überbordgehen und Tod von zwei Einhandseglern auf der SY AREDI und der SY SINUS (Az. 422/08 und 404/08) und zum tödlichen Unfall des Skippers der SY SAMOA (Az. 230/06).

Hier der Untersuchungsbericht der BSU