Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung - Überbordgehen und Tod eines Einhandseglers auf der Kieler Förde

(16.6.2010) Am 4. November 2009 um 01:08 Uhr verließ die Segelyacht DEN BLÅ mit einer Person an Bord den Sportboothafen von Möltenort in Richtung Holtenau. Der Einhandsegler fiel ins Wasser, und die Yacht fuhr allein weiter, bis sie in der Nähe der Lotsenstation Holtenau strandete...

Die umfangreiche Rettungsaktion führte gegen 04:30 Uhr zur Bergung des leblosen Seglers. Die Untersuchung ergab, dass es sich erneut um einen vermeidbaren tödlichen Seeunfall handelte, den die BSU zum Anlass nimmt, um einmal mehr auf die besonderen Gefahren des Einhandsegelns hinzuweisen.
Die BSU nimmt die Untersuchung dieses Unfalls zum Anlass, erneut dringend auf die besonderen Gefahren des Einhandsegelns hinweisen. Während bei Schiffen mit mehreren Personen an Bord, außenbords Gefallene unter Umständen durch die eigene Besatzung gerettet werden können, enden die Unfälle, bei denen Einhandsegler das Fahrzeug auf See unfreiwillig verlassen, fast immer tödlich. Das primäre Ziel muss folglich darin bestehen, nicht über Bord zu gehen.
Das wird durch Tragen von Sicherheitsleinen und das Einpicken an Strecktaue verhindert. Hierzu werden in der Regel Strecktaue, aus Draht oder besser aus Gurtband an Deck angebracht, die durchgehend von Heck bis Bug genutzt werden können, ohne das man sich „umpicken" muss. Keinesfalls sollte hierzu die Reling verwendet werden, zumal wenn sie nicht als „feste" Reling konstruiert ist.
Zusätzlich sollte das Tragen von Rettungswesten, nicht nur für Einhandsegler, bei Schwerwettersituationen obligatorisch sein.
Weiterhin sieht die BSU den Einsatz von persönlichen Notsendern, insbesondere bei Einhandseglern, als empfehlenswert an. Diese so genannten Personal Locator Beacon (PLB) senden im Notfall ein digitales Signal über geostationäre Satelliten an eine Seenotrettungsleitstelle (MRCC).

Hier der Untersuchungsbericht der BSU