Großbritannien - Verstoß gegen KVR kein Kavaliersdelikt

(2.4.2010) Gericht in Folkstone verurteilt Freizeitskipper wegen Fahrens entgegen der allgemeinen Verkehrsrichtung in einem Verkehrstrennungsgebiet zu einer Geldstrafe von 20.000 £ sowie einer Kostenerstattung von 5.300 £...

Bei einer Anhörung am 29. März 2010 im Folkstone Magistrates Court, bekannte sich der Skipper schuldig, einen Verstoß gegen die Regeln zur Verhütung von Zusammenstößen auf See (KVR 10 (b)(i)) begangen zu haben.

Der Skipper war Miteigner der "St. David of London", einem zu einem Freizeitschiff umgewandelten ehemaligen Eisbrecher von 35 t und 18m Länge. Am 24. August 2009 befand er sich auf der Rückreise eines Ausflugtörns von Jersey nach Dover. Er verfügte über keine formale Qualifikation wie einen der RYA Kurse für Freizeit-Segler (die in England durch den Gesetzgeber für ein Fahrzeug der Größenordnung auch nicht verbindlich vorgeschrieben sind, d. Red.), ist aber seit seiner Kindheit mit Sportbooten unterwegs.

Gegen 08.47 lief er entgegen der allgemeinen Verkehrsrichtung in den SW'l verlaufenden Einbahnweg des Verkehrstrennungsgebietes (VTG) Dover Strait mit einem Freund an den Schalthebeln ein. Für die nächsten 3 Stunden und 50 Minuten befuhr die "St David of London" das VTG entgegen der allgemeinen Verkehrsrichtung auf einer Gesamtdistanz von etwa 26 Meilen. Während dieser Zeit kam es zu gefährlichen Nahbereichssituationen mit drei anderen Schiffen, von denen zwei gefährliche Ladung an Bord hatten.

Die Offiziere der Küstenwache im Dover Channel Navigation Information Service (CNIS), basiert auf Langdon Batterie, stellten fest, dass ein nicht identifiziertes Schiff auf dem falschen Weg in dem South West Lane unterwegs war und forderten sowohl ein in der Nähe befindliches Handelsschiff als auch ein Flugzeug der Küstenwache auf zu versuchen, das Fahrzeug zu identifizieren.

In seinem Spruch sagte der Vorsitzende:
4 Stunden und 20 Meilen auf dem verkehrten Verkehrstrennungsweg sind unentschuldbar. Sowohl er (der Schiffsführer, d. Red.) als auch seine Crew waren unerfahren und unqualifiziert, was sein Problem und nicht das des Gerichts sei. Die Gefahr von Kollisionen mit den passierenden Schiffen hätte weitaus schlimmer ausgehen können.
Bei der Straffestsetzung von £ 20.000 berücksichtigte der Magistrat das Schuldbekenntnis und die Übernahme der Verantwortung durch den Beklagten. Zusätzlich zu der Geldstrafe hat der Beklagte Kosten in Höhe von £ 5.300 zu übernehmen.

Kaimes Beasley, CNIS Manager der Maritime and Coastguard Agency sagte:
Das Verkehrstrennungsgebiet in der Straße von Dover gibt es seit 32 Jahren. Es ist ein wichtiger Faktor bei der Minimierung der Anzahl der gefährlichen Begegnungen im Nahbereich und von Kollisionen in dieser hektischen Wasserstraße.  Die Verhaltensregeln gelten für jedes Schiff, dass dieses Verkehrstrennungsgebiet befährt. Das entgegengesetzte Befahren kann verheerende Folgen haben.

Quelle: MCA Press Notice No: 072-10