25 Jahre Praxistraining Navigation

MS Crown of Scandinavia

(12.3.2010)
Es war vor gut 25 Jahren, als wir mit der Englandfähre "Prinz Hamlet" auslaufend Hamburg bei Pagensand plötzlich eben an Steuerbord dicht vorm Steven ein flackerndes Licht bemerkten und dann auch die dazu gehörende Segelyacht, auf welcher im Cockpit wohl mit einer Taschenlampe herumhantiert wurde....

Wir konnten gerade noch mit einem schnellen Backbordmanöver ausweichen, sonst hätten wir die Yacht bei dem hier sehr eng am nördlichen Rand befindlichen Fahrwasser der Elbe irgendwie noch erwischt oder durch unseren Sog an die Bordwand gezogen.
Dann sahen wir auch das zur Segelyacht gehörende Positionslicht, eine Dreifarbenlampe im Masttop. Diese hatten wir vorher nicht erkannt, da sie in Höhe des Horizonts an Land mit den vielen Lichtern von Kollmar verschmolz.
Vermutlich haben die Segler auf der Yacht schon Blut und Wasser geschwitzt, denn viel Platz ist hier außerhalb des Tonnenstrichs bis zu den unbeleuchteten Stacks für sie nicht. Dabei glaubten sie sich mit der hohen und deshalb weit sichtbaren Positionslampe vermutlich besonders sicher.

Ein Missverständnis also: Der sicherheitsbewusste Segler, der mit der hoch angebrachten „Dreieinigkeitslampe“ von uns Dickschiffen schon aus weiter Entfernung gesehen werden will, ahnt nicht, dass er dadurch auch verhängnisvoll weit entfernt vermutet wird, wenn er schon dichtbei ist!

Per Artikel in einer Segel-Zeitschrift hatte ich hierüber vor 25 Jahren auf dieses besonders für die Segler gefährliche Missverständnis aufmerksam gemacht, woraus die Idee entstand, die Segler einmal mit auf der Kommandobrücke eines Berufsschiffes Wache gehen zu lassen und dem Nautiker sozusagen 'über die Schulter zu schauen' um life zu erleben wie wir Berufsseeleute sie sehen, wie wir fahren, reagieren und navigieren.
Gleichzeitig eine gute Gelegenheit das einmal gelernte oder zu lernende theoretische Wissen über Lichterführung, Betonnungssysteme, Leuchtfeuerkennungen und überhaupt die ganze terrestrische Navigation in der Praxis zu erleben und zu üben.

Aus der Idee entwickelte sich das "Praxistraining Navigation", das seitdem eine wechselvolle Geschichte auf inzwischen sieben verschiedenen Schiffen hinter sich hat und von der Nordsee-Route entlang der friesischen Küste wegen Aufgabe der Route und auch wegen der zunehmend verschärften Sicherheitsmaßnahmen bezügliche fremder Personen auf der Brücke zur Ostsee verholt hat.

Seit 2008, mit der Reederei bei der alles anfing, DFDS, auf der MS "Crown of Scandinavia" von Kopenhagen entlang der schwedischen Küste nach Oslo und zurück.

Kommen Sie an Bord zum Jubiläumstörn v. 16. - 18. April 2010
- Buchbar bis Ostern
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Ihr Kapitän Günther Kullack