Funkanlagen / Aufbewahrung von Signalpistolen

(8.3.2010) Im folgenden möchten wir zwei Sachverhalte darstellen zu denen im Beratungsalltag unserer Geschäftsstelle immer wieder Fragen kommen...

Funkanlage an Bord

Offenbar besteht hinsichtlich der Nutzung von Seefunkstellen erhebliche Unsicherheit.
Hier zur Klarstellung die Antworten auf die 4 häufigsten Fragen:

F: Darf eine Seefunkstelle auch ohne Frequenzzuteilung betrieben werden?
A: Nein!
Verstoß gegen das Telekommunikationsgesetz § 55 (1) - Frequenzzuteilung
"Jede Frequenznutzung bedarf einer vorherigen Frequenzzuteilung..."

F: Ich habe meine Seefunkstelle nur für den eigenen Notfall an Bord. Kann ich die Funkanlage ausgeschaltet lassen wenn ich sie nicht brauche?
A: Nein!
Verstoß gegen SeeSchStrO § 3 (1) - Grundregeln für das Verhalten im Verkehr
"Der Führer eines mit einer UKW-Sprechfunkanlage ausgerüsteten Fahrzeugs ist verpflichtet, bei der Befolgung der Vorschriften über das Verhalten im Verkehr die von einer Verkehrszentrale aus in deutscher, auf Anforderung in englischer Sprache gegebenen Verkehrsinformationen und -unterstützungen abzuhören und unverzüglich entsprechend den Bedingungen der jeweiligen Verkehrssituation zu berücksichtigen."

F: Reicht es aus wenn ein Mitsegler über ein Seefunkzeugnis verfügt?
A: Nein!
Verstoß gegen Sportseeschifferscheinverordnung § 1 (7) - Anwendungsbereich
"Führer von Sportfahrzeugen und Traditionsschiffen müssen ihre Befähigung zur Teilnahme am mobilen Seefunkdienst und am mobilen Seefunkdienst über Satelliten entsprechend der funktechnischen Ausrüstung des Sportfahrzeugs oder des Traditionsschiffs nachweisen."


F: Welches Funkzeugnis ist zum Bedienen von UKW-Kombi-Anlagen erforderlich?

A: Eine Kombi-Anlage darf auch dann bedient werden, wenn der Betreiber entweder nur ein Seefunk- oder Binnenschifffahrtsfunkzeugnis besitzt — allerdings dann ausschließlich in dem der Befähigung entsprechenden Betriebsmodus und Bereich.
Merkblatt zum Thema Kombi-Anlagen / Funkzeugnisse der FVT


Aufbewahrung von Signalpistolen


Obwohl seit einigen Jahren durch die Waffenbehörden darauf hingewiesen wird hier noch einmal:

Nach § 36 Abs. 1 Waffengesetz hat derjenige, der Waffen oder Munition besitzt, die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, um zu verhindern, dass diese Gegenstände abhanden kommen oder Dritte sie unbefugt an sich nehmen. Für die Aufbewahrung erlaubnispflichtiger Seenotsignalpistolen gelten hierbei bis eine klarstellende bundeseinheitlich Regelung in Kraft tritt folgende Besonderheiten:

Aufbewahrung an Bord / Land
Für die vorübergehende Aufbewahrung einer erlaubnispflichtigen Seenotsignalpistole an Bord einer seegehenden Motor- oder Segelyacht ist ein nicht zertifiziertes Aufbewahrungsbehältnis als ausreichend anzuerkennen, wenn es die nachstehenden Sicherheitsstandards erfüllt:
•    Behältnisse müssen aus Stahlblech - möglichst rostfrei - gearbeitet sein;
•    das Stahlblech der Tür/Klappe muss mindestens eine Stärke von 4 mm aufweisen;
•    eine Verankerung des Behältnisses mit dem Schiff ist erforderlich;
•     das Behältnis muss zu verschließen sein (elektronisch codiertes Schloss, Zahlenschloss oder Riegelschloss können zum Einsatz kommen).
In Fällen der längeren und erkennbaren Abwesenheit hat der Inhaber der Erlaubnis Waffe und Munition in seiner Wohnung oder seinem Haus mindestens in "einem der Norm DIN/EN 1143- 1 Widerstandsgrad 0 entsprechendem oder gleichwertigen Behältnis aufzubewahren; als gleichwertig gilt insbesondere ein Behältnis der Sicherheitsstufe B nach VDMA 24992.

Quelle: Polizei Hamburg / Merkblatt zur Aufbewahrung